Dritte Pflegekonferenz Landkreis Rotenburg (Wümme) stellt Angehörige in der Pflege in den Mittelpunkt – Bei der dritten örtlichen Pflegekonferenz des Landkreises in Zeven, zu der lokale Fachleute und Dienstleister aus den Bereichen Pflege und Gesundheit eingeladen waren, standen in diesem Jahr besonders „pflegende Angehörige“ im Fokus.
Raphaela Vink von der Gesundheitsregion des Landkreises stellte zwei Projekte vor, die bereits aus der Pflegekonferenz heraus initiiert werden konnten: Im Projekt „Community Health Nursing (CHN)“ ist eine Gemeindegesundheitsfachfrau mit einem abgeschlossenen Studium, eine sogenannte „Community Health Nurse“, an der OsteMedKlinik in Bremervörde angestellt. Ziel ihrer Arbeit ist es, eine Stabilisierung der häuslichen Lebenssituation von Menschen mit Demenz und deren Angehörigen im Raum Bremervörde/Zeven zu erreichen.
Bei dem zweiten Projekt handelt es sich um das Rotenburger Demenzkontor, eine niedrigschwellige Anlaufstelle des Rotenburger Demenznetz e.V.. Im ehemaligen Café „Haake-Meyer“ in der Rotenburger Fußgängerzone (Große Straße) kann hier jeden Dienstag ohne Termin ein persönliches Beratungs- oder Entlastungsgespräch geführt werden.
In einem Vortrag zum Thema „Angehörige stärken, befähigen und einbinden“ sprach Christine von Maltzan von der E-Learning-Plattform „PflegeABC“, die kostenlose Online-Pflegekurse und Videoschulungen für pflegende Angehörige anbietet, über die Möglichkeiten von zeit- und ortsunabhängigen digitalen Schulungsangeboten. Diese sind als Ergänzung der örtlichen Angebote gedacht und ermöglichen es besonders berufstätigen Menschen auch nach Feierabend oder am Wochenende sich gezielt informieren zu können. Neben Videos bietet das „PflegeABC“ auch einen interaktiven „Pflegeplausch“ sowie verschiedene Services wie etwa einen Pflegegradrechner an.
Insbesondere im Hinblick auf die bestehende Personalnot im Pflegebereich sollen pflegende Angehörige durch diese vielfältigen Schulungsmöglichkeiten gestärkt werden.
In speziellen Themeninseln beschäftigten sich die Teilnehmenden der Pflegekonferenz mit weiteren Unterstützungsangeboten für pflegende Angehörige, unter anderem den Möglichkeiten der Resilienz-Förderung. Es wurde besprochen, welche Maßnahmen helfen können, um handlungsfähig und gesund trotz Belastung zu bleiben. Als besonders wichtig wurde die emotionale Entlastung benannt, etwa Angehörigen Zeit für Gespräche anzubieten und ein offenes Ohr zu haben.
Auch der Umgang mit Herausforderungen in der Zusammenarbeit mit pflegenden Angehörigen stand im Fokus.
Dank des regen Austauschs konnten viele neue thematische Impulse gesetzt werden. Die Ergebnisse werden nun durch den Senioren- und Pflegestützpunkt des Landkreises aus-gewertet und in die weitere Planung einbezogen.
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Text: Landkreis Rotenburg (Wümme)