Mittelrhein-Tageblatt - Deutsches Tageblatt - News - Pirmasens -Pirmasens – Stadtentwicklung: Die Zeit der Improvisation ist vorbei: Die beiden Schnelleinsatz-Gruppen (SEG) haben in der Schachenstraße 101 ihr neues Domizil bezogen. Knapp 1,7 Millionen Euro hat die Stadt Pirmasens – mit finanzieller Unterstützung des Landes – in die Realisierung des Projektes investiert.

„Eine moderne, funktionsfähige Infrastruktur ist unabdingbar, um im Notfall ad hoc einsatzfähig zu sein. Das setzt einen reibungslosen und effektiven Ablauf voraus“, betont Beigeordneter Denis Clauer. Er freue sich, dass den Einsatzkräften nun zeitgemäße und gut ausgestattete Räumlichkeiten für ihre so wichtigen Tätigkeiten zur Verfügung stehen“, lobte Clauer die wertvolle Arbeit der Ehrenamtlichen. Gleichzeitig erinnerte er an die äußerst beengten Verhältnisse im Hof der Feuerwache in der Gasstraße. Seit der Gründung vor zehn Jahren waren die beiden SEG-Einheiten dort mit Fahrzeugen und Material provisorisch untergebracht.

Der Beigeordnete zeigt sich über die gelungene Nachnutzung der ehemaligen Kraftpost erfreut: „Die Investition in die historische Bausubstanz ist an dieser Stelle absolut sinnvoll und wertet das Viertel nachhaltig auf“, so Clauer. Der verkehrsgünstig gelegene Standort stellt eine ideale weil zukunftsgerichtet Lösung dar.

Insgesamt sieben Fahrzeuge finden in der umfangreich sanierten Werk- und Ladehalle Platz. Außerdem wurden zwischen Juli 2018 und November 2020 zugehörige Personalräume, Duschen und Umkleiden sowie Besprechungsräume geschaffen. Die belegte Gesamtfläche beträgt etwas mehr als 850 Quadratmeter.

Stichwort: Die beiden Schnelleinsatzgruppen (SEG) Sanität und Versorgung der Stadt Pirmasens sind ein wichtiger Baustein innerhalb des Katastrophenschutzes und ein wesentlicher Teil des Sicherheitskonzeptes zur allgemeinen Gefahrenabwehr.

Ob Massenkarambolage auf der Autobahn, Großbrand oder Evakuierung, Verpflegung und Betreuung von Personen – die rein ehrenamtlichen Helfer unterstützen Feuerwehr und Rettungskräfte bei der Bewältigung eines größeren Schadensereignisses.

Insgesamt 22 Frauen und Männer versehen in den beiden eigenständigen taktischen Einheiten ihren Dienst. An deren Spitze steht Frederike Knierim, als neuer stellvertretender Leiter fungiert Jochen Rinck.

Die Schnelleinsatz-Gruppen verfügen über insgesamt sieben Fahrzeuge bzw. Gerätewagen. Dazu zählen im Einzelnen

S A N I T Ä T

Ø Gerätewagen (Ausgerüstet für einen Behandlungsplatz und Sanitätsmaterial wie z.B. Defibrillator, Beatmungsgeräten, Verbandsmaterial, Tragen zum Transport von Patienten)

Ø Rettungswagen (1)

Ø Krankentransportwagen (2)

Ø Mannschaftstransportwagen (1)

V E R S O R G U N G

Ø Gerätewagen (1)

Ø Anhänger Feldkochherd (1) zur Versorgung von bis zu 300 Personen mit warmem Essen und Getränken

Hintergrund: Im Winter 2005 hatte die Stadt Pirmasens das Gebäudeensemble von der Deutschen Post erworben. Der Komplex entlang der Schachenstraße besteht aus zwei Verwaltungsgebäuden und ist durch eine Werk- und Ladehalle verbunden. 1927 war die Kraftfahrbetriebsstelle des Postamtes, kurz Kraftpost, errichtet worden. Mit der Indienststellung eines neuen Zustellstützpunktes zogen 2006 die verbliebenen zwölf Post-Mitarbeiter in die Blümelstalstraße um.

Als erster Mieter bezog im Juni 2018 der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM) einen der beiden Kopfbauten an der Ecke zur Straße „Am Mühlberg“. Auf der Suche nach einem neuen Domizil hatte die Stadtverwaltung dem CVJM langfristige Entwicklungsmöglichkeiten im Schachen aufgezeigt. Der Rahmenvertrag sieht vor, dass der 250 Mitglieder starke Verein zwei Stockwerke mit jeweils rund 300 Quadratmetern belegt. Im Erdgeschoss ist ein Saal für Veranstaltungen, Büros, Sanitäranlagen und Küche entstanden. Im Obergeschoss stehen sieben Gästezimmer, Duschen sowie Speisesaal zur Verfügung. Der Umbau kostete rund 660 000 Euro und war mit 80 Prozent aus Mitteln der Liselott und Klaus Rheinberger Stiftung gefördert worden.

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Stadt Pirmasens