Mittelrhein-Tageblatt - Newsportal - Presseschau - Politik -Presseschau – Köln (NRW) – Der Frankfurter Sozialwissenschaftler Tim Engartner hält die bisher vereinbarten Schwerpunktsetzungen der Jamaika-Unterhändler im Bereich für gefährlich einseitig. Das vehemente Eintreten für ökonomische Bildung, etwa durch Vertreter der schwarz-gelben Regierung in NRW, gehe zulasten der politischen Bildung, schreibt der Professor für Didaktik der Sozialwissenschaften in einem Beitrag für den „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Montag-Ausgabe). Nach dem Wahlerfolg der AfD sei die Aufwertung der politischen Bildung wichtiger denn je.

„Wenn vier von zehn Schülerinnen und Schülern nicht wissen, dass Auschwitz-Birkenau ein Konzentrations- und Vernichtungslager war, dann müsste das auch die Kultusminister alarmieren, der Ruf nach (mehr) politischer Bildung als ‚Gegengift‘ entsprechend laut schallen“, so der Wissenschaftler. Demgegenüber biete die Realität der Stundentafeln in Sachen politischer Bildung ein düsteres Bild. So würden in Sachsen dem Fach Gemeinschaftskunde in der neunten und zehnten Klasse nur zwei Wochenstunden zuteil. Selbst der „Bildungsvorreiter“ Bayern schneide dürftig ab: An bayerischen Gymnasien werde im Laufe von acht Schuljahren nur drei Jahre lang Sozialkunde unterrichtet – mit einem Kontingent von einer Wochenstunde in den Jahrgangsstufen zehn bis zwölf.

Und in NRW werde die politische Bildung mit der angedachten Neueinführung des Fachs Wirtschaft „weiter Federn lassen müssen“. „Da demokratisches Bewusstsein keine anthropologische Konstante darstellt, sondern Tag für Tag erlernt werden muss, führt an der Aufwertung politischer Bildung kein Weg vorbei“, so Engartner weiter. Politikunterricht müsse an den Schulen möglichst frühzeitig von Fachlehrern angeboten werden. Der Ausbau politischer Bildung sei vergleichsweise preiswert, betonte Engartner. „In den Schulen ist er durch Neuordnung des Fächerkanons beinahe zum Nulltarif zu haben. Wollen wir dem Populismus entgegentreten, ist es Zeit, dass wir uns auf den Weg machen. Andernfalls läuft uns die Demokratie davon.“

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