Arbeitsminister Philippi kritisiert Vorstoß zur Einschränkung von Recht auf Teilzeit scharf: „Arbeitsmarktpolitisch und gleichstellungspolitisch ein absoluter Irrweg“ – Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion in der CDU fordert in einem Antrag an den CDU-Bundesparteitag eine Einschränkung auf den Rechtsanspruch auf Teilzeit mit dem Titel „Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit“. Der Niedersächsische Arbeits- und Gleichstellungsminister Dr. Andreas Philippi kritisiert den Vorstoß scharf:
„Dieser Vorschlag macht mich als Arbeits- und Gleichstellungsminister fassungslos. Insbesondere Frauen reduzieren ihre Arbeitszeit, um Job und Care Arbeit unter einen Hut zu bekommen.
Eine Einschränkung vom Recht auf Teilzeit wäre weit entfernt von den Lebensrealitäten vieler Beschäftigter und vor allen Dingen von Frauen und berufstätigen Müttern. Zugleich würde der Wirtschaft ein Bärendienst erwiesen: In vielen Branchen haben wir es schon heute mit einem akuten Fachkräftemangel zu tun. Eine Einschränkung vom Recht auf Teilzeit würde aber zu einem Rückgang von Beschäftigung führen und im Zweifel insbesondere Frauen davon abhalten berufstätig zu sein.
Der Begriff der Lifestyle-Teilzeit unterstellt, dass Menschen insbesondere für ihre Freizeitvergnügen ihre Arbeitszeit reduzieren. Dies ist in den meisten Fällen – wie statistisch belegt – aber kaum der Fall. Es ist politisch vielmehr notwendig, dass wir in die Weiterbildung und Qualifizierung der Beschäftigten investieren und die Rahmenbedingungen für Kinderbetreuung und Pflege verbessern – so kann mehr Vollzeiterwerbstätigkeit gefördert werden. Die Einschränkung vom Recht auf Teilzeit wäre arbeitsmarktpolitisch und gleichstellungspolitisch ein absoluter Irrweg.“
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Text: Nds. Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung