Kaiserslautern – Umwelt: Die vier größten Irrtümer bei der Mülltrennung

Müll trennen ist prima fürs Klima.

Mittelrhein-Tageblatt-Nachrichten-aus-Kaiserslautern-RLPKaiserslautern – Eine vom Umweltbundesamt vor kurzem veröffentlichte bundesweite Restabfallanalyse zeigt deutlich, dass immer noch zwei Drittel des Inhalts der Restmülltonne dort nicht hinein gehört: Reichlich Bioabfall, aber auch Papier, Glas, Plastik und immer wieder Batterien, was sogar gefährlich ist. Fast 40 Prozent des Inhalts an Gewicht, der in Restabfallbehältern landet, machen Bioabfälle aus. Stoffe, die auf den Kompost oder in die Biotonne gehören. Gut ein Viertel sind Wertstoffe, die recycelt werden sollten. Dazu kommen 0,5 Prozent problematische Produkte wie Batterien, Lacke und Energiesparlampen, die allesamt Schadstoffe enthalten. Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth kommentierte die Ergebnisse der Restabfallanalyse mit den Worten „Wir trennen gut, aber eben nicht sehr gut. Ziel müsse sein, alles, was sich wiederverwerten lasse, zu recyceln“.

Eine Restabfallanalyse, die in 2016 in Kaiserslautern durchgeführt wurde, zeigt ähnliche Ergebnisse. Im Bundesvergleich beträgt der Gewichtsanteil an Bioabfall in Lauterns Restmülltonnen zwar „nur“ 30 Prozent, dafür ist der Anteil an trockenen Wertstoffen, die recycelt werden könnten, mit 37 Prozent recht hoch. „Das sind Zahlen, die wir unbedingt im Sinne des Umwelt-, Klima- und Ressourcenschutzes weiter reduzieren wollen“, so Andrea Buchloh-Adler, die stellvertretende Werkleiterin der Stadtbildpflege Kaiserslautern.

Noch immer existieren in der Bevölkerung eine Menge Vorurteile und Irrtümer über das deutsche Recyclingsystem. Eine richtige Mülltrennung – entgegen vieler Vorurteile – wirkt sich sehr deutlich und unmittelbar positiv auf die Umwelt aus. Private Haushalte können mit einer korrekten Abfallentsorgung jährlich bundesweit sogar rund 3,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente einsparen.

Zu den vier größten Irrtümern, die in deutschen Haushalten über Mülltrennung bestehen:

Irrtum 1 – Es ist egal, ob Müll getrennt wird. Mülltrennung hat keine positiven Auswirkungen auf die Umwelt.
Richtig ist, dass mit richtiger Mülltrennung jeder mit wenig Aufwand einen wichtigen Beitrag für die Umwelt und den Klimaschutz leistet, weil dadurch wertvolle Ressourcen wieder dem Wertstoffkreislauf zugeführt werden.

Das renommierte Öko-Institut in Freiburg hat berechnet, dass durch das Recycling von Leichtverpackungen aus dem Gelben Sack und der Gelben Tonne, von Verpackungen aus Glas sowie aus Papier, Pappe und Karton in Deutschland jährlich rund 3,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente eingespart werden. Das entspricht den Emissionen einer Stadt in der Größe von Bonn im gleichen Zeitraum. Jede Tonne Recyclingkunststoff, die anstelle von neu produziertem Kunststoff zum Einsatz kommt, vermeidet zwischen 1,5 und 3,2 Tonnen klimarelevanter Treibhausgase. Die Produktion von Recyclingpapier verbraucht nur ein Drittel der Energie und etwa ein Fünftel des Wassers, das für die Produktion von Frischfaserpapier benötigt wird. Und der Einsatz von recyceltem Aluminium verbraucht nur fünf Prozent der Energie, die zur Herstellung von Primäraluminium notwendig ist.

Irrtum 2 – Gesammelte Verpackungsabfälle und Restmüll werden zusammen verbrannt.
Richtig ist, dass Verpackungsabfälle aus dem Gelben Sack oder der Gelben Tonne in einen Wertstoffkreislauf gelangen und zum größten Teil wieder zur Herstellung neuer Produkte verwendet werden. Die Entsorgungsunternehmen bringen den Inhalt der Gelben Säcke oder Gelben Tonnen zunächst vollständig in Abfallsortieranlagen, die in Deutschland flächendeckend vorhanden sind. Dort werden sie nach Materialien sortiert, Restmüll und nicht Verwertbares aussortiert. Alle verwertbaren Abfälle werden dann dem Recycling zugeführt. Das 2019 in Kraft getretene Verpackungsgesetz verpflichtet die dualen Systeme dazu, dass aktuell mindestens 80 Prozent aller Glas-, Weißblech- und Aluminiumverpackungen, 85 Prozent aller Verpackungen aus Papier, Pappe und Karton und rund 60 Prozent allerKunststoffverpackungen aus dem Gelben Sack recycelt werden.

Irrtum 3 – Verschiedenfarbige Glasscherben werden wieder zusammengekippt.
Richtig ist, dass ein Zusammenkippen getrennter Glasscherben zu Verunreinigungen führen würde, die ein Recycling erschweren. Gemäß Verpackungsgesetz müssen die dualen Systeme aktuell mindestens 80 Prozent aller(Einweg-)Glasverpackungen recyceln und das ist nur mit korrekt getrenntem Glas möglich. Befindet sich zum Beispiel ein braunes Glas zwischen Weißglas, verfärbt sich beim Einschmelzen das gesamte Weißglas. Um einen Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz zu leisten, ist es deshalb wichtig, Verpackungen aus Glas korrekt zu trennen. Mit weiterem positiven Effekt für die Umwelt: Denn der Einsatz von Recyclingglas spart Energie und Ressourcen. Allein 10 Prozent Scherbeneinsatz reduzieren die Schmelzenergie um 3 Prozent und die CO2-Emissionen um 3,6 Prozent. Jede Glasflasche besteht zu 60 Prozent aus „Alt“-Scherben, bei grünen Gläsern sind es sogar bis zu 90 Prozent.

Irrtum 4 – In den Gelben Sack gehört nur Plastik.
Richtig ist, dass neben Kunststoffverpackungen auch alle Verpackungen aus Weißblech, Aluminium und Verbundmaterialien wie Getränkekartons in den Gelben Sack gehören. Sie sollten dabei vollständig entleert sein, damit die Materialien im Sortierprozess sauber voneinander getrennt werden können. Ein Ausspülen der Verpackungen ist nicht erforderlich, da im anschließenden Verwertungsprozess ohnehin eine industrielle Reinigung erfolgt.
Die dualen Systeme in Deutschland organisieren die Sammlung, Sortierung und Verwertung gebrauchter Verkaufsverpackungen, damit die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Recyclingquoten erreicht werden. Aktuell haben die dualen Systeme eine bundesweite Kampagne „Mülltrennung wirkt“ gestartet, um über richtige Mülltrennung aufzuklären. Informationen hierzu unter www.muelltrennung-wirkt.de.

Andrea Buchloh-Adler ermuntert überzeugt zum Mitmachen: „Die Stadtbildpflege möchte auf die Kampagne aufmerksam machen, denn wenn jede Bürgerin und jeder Bürger in Kaiserslautern mit Herz und Verstand seine Abfälle zuhause richtig trennt, können wir viel für unsere Stadt, unsere Heimat und unseren Planeten Erde bewegen“.

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Autor: Mittelrhein-Tageblatt Redaktion