NO2-Belastung sank 2019 deutlich – OVG-Urteil wird sorgfältig bewertet.

Mittelrhein-Tageblatt - Deutsches Tageblatt - News - Hamburg -Hamburg – Umwelt: Die Werte für Stickstoffdioxid (NO2) in Hamburg sind im Langfristtrend weiter rückläufig – auch an den vier verkehrsnahen Messstationen. Diese Entwicklung bestätigen die jetzt ausgewerteten Jahresmittelwerte für 2019. Die heute versendete Begründung des OVG-Urteils vom 29. November verlangt eine Überarbeitung des Luftreinhalteplans an zwei Stellen. Dies muss jetzt zunächst sorgfältig ausgewertet und geprüft werden.

An der Habichtstraße lag demnach die vorläufige NO2-Konzentration 2019 bei 48 Mikrogramm je Kubikmeter Luft (µg/m³; Vorjahr: 55 µg/m³), an der Max-Brauer Allee bei 41 µg/m³ (Vorjahr 46 µg/m³) und an der Stresemannstraße bei 40 µg/m³ (Vorjahr 45 µg/m³). Der Wert an der Kieler Straße (43 µg/m³, Vorjahr 44 µg/m³) ist ebenso rückläufig.

20182019Zum Vorjahr
Habichtstraße55 µg/m³48 µg/m³-14 %
Kieler Straße44 µg/m³43 µg/m³-3 %
Max-Brauer-Allee46 µg/m³41 µg/m³-11 %
Stresemannstraße45 µg/m³40 µg/m³-12 %

Jens Kerstan, Umweltsenator: „Der Trend bei der Luftverschmutzung geht zurück, das zeigen uns auch die aktuellen Ergebnisse aus 2019. Diese erfreulich deutlichen Werte zeigen, dass der Luftreinhalteplan wirkt. Über eine Aufhebung der Diesel-Beschränkung an der Stresemannstraße können wir im Januar 2021 entscheiden, sofern die 2020er Werte weiter stabil rückläufig sind. Die Begründung des OVG-Urteils müssen wir jetzt sorgfältig auswerten und die Luftreinhalteplanung an den betroffenen Stellen aktualisieren.“

Neben den gesamtstädtisch wirkenden Maßnahmen des Luftreinhalteplans für Hamburg tragen auch die Dieseldurchfahrtsbeschränkungen an der Max-Brauer-Allee und Stresemannstraße zu den deutlichen Reduktionen der NO2-Konzentrationen bei. In der Stresemannstraße konnte erstmals der Jahresmittelgrenzwert für Stickstoffdioxid von 40 µg/m³ eingehalten werden. An der verkehrsnahen Luftmessstation der Max-Brauer-Allee lag der vorläufige Jahresmittelwert nur noch ein Mikrogramm über dem Grenzwert.

Beim Thema Feinstaub gab es 2019 wie in den Vergangenen Jahren an keiner Messstation eine Überschreitung der EU-Grenzwerte.

In der Habichtstraße hat sich der Jahresmittelwert von 55 µg/m³ auf 48 µg/m³ reduziert, was einer Reduktion von 14% entspricht. Neben der Verkehrsdrosselung hat sich in diesem Bereich allerdings auch eine lange Baustellensituation auf die NO2-Konzentrationen in diesem Bereich ausgewirkt.

Der Positivtrend wird auch an den anderen Stationen des Luftmessnetzes deutlich, wo die NO2-Belastung nach den vorläufigen Auswertungen ebenfalls rückläufig ist. In Neugraben sank die NO2-Jahresmittelkonzentration beispielsweise sogar um -18 Prozent, auf der Veddel und an der Messstation Sternschanze sank die Konzentration um jeweils -9 bzw. ‑7 Prozent. Hier wurde der Jahresmittelgrenzwert deutlich unterschritten. An der hafennahen Luftmessstationen „Kleiner Glasbrook“ beträgt der vorläufige NO2-Jahresmittelwert wie im Vorjahr 31 µg/m³.

Zusätzlich zu den Luftqualitätsmessungen an den Messcontainern wird die lokale NO2-Konzentration in Hamburg mit Passivsammlern erfasst. Seit Juli 2019 wird zum Beispiel an den Ausweichrouten der Dieseldurchfahrtbeschränkungen gemessen. Die bisher vorliegenden Messergebnisse dieses Messprogrammes zeigen an allen Messstandorten eine Unterschreitung des kritischen Wertes von 40 µg/m³.

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Stadt Hamburg
Pressestelle Behörde für Umwelt und Energie