Mittelrhein-Tageblatt - Deutsches Tageblatt - News - Hamburg -Hamburg – Seit dem 11. März gilt die erste Allgemeinverfügung des Senats zur Eindämmung des Corona-Virus. Durch die verschiedenen Maßnahmen, mehr Arbeit im Homeoffice, weniger Freizeitfahrten und die Kontaktbeschränkungen gibt es einen deutlichen Rückgang des Verkehrsaufkommens im Stadtgebiet. Das macht sich nun auch an den verkehrsnahen Luftmessstationen bemerkbar. Durch die austauscharme Wetterlage bis Anfang April war die Luftbelastung trotz der gesunkenen Verkehrsmenge nur leicht zurückgegangen. Die Oster-Feiertage und die austauschreichere Wetterlage haben in den vergangenen zwei Wochen für einen überproportionalen Rückgang gesorgt.

Jens Kerstan, Umweltsenator: „Das Verkehrsaufkommen in der Stadt ist durch die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie deutlich gesunken. Das wirkt sich jetzt auch messbar auf die Luftqualität in Hamburg aus. An den verkehrsnahen Messstationen können wir im Vergleich zum März beobachten, dass die Stickstoffdioxidbelastung gesunken ist. Zunächst war der Trend durch eine austauscharme Wetterlage nicht deutlich erkennbar. Der Rückgang hat aber keine Auswirkungen auf die Durchfahrtsbeschränkungen an der Stresemannstraße und der Max-Brauer-Allee. Hier gilt, was auch vor Corona galt: Es zählt der Jahresmittelwert. Wir werden im kommenden Januar das aktuelle Jahr auswerten und dann entscheiden, ob z. B. die Beschränkung an der Stresemannstraße wieder aufgehoben werden kann.  Beim Feinstaub hat Hamburg ohnehin seit Jahren kein Grenzwert-Problem. Unabhängig von der aktuellen Lage arbeiten wir weiterhin an der Aktualisierung des Luftreinhalteplans für die Bereiche Habichtstraße und Nordkanalstraße.“

Im Vergleich der Wochendurchschnittswerte ist gegenüber Anfang März eine Reduktion der Stickstoffdioxid-Konzentration (NO2) erkennbar, wie die folgende Tabelle zeigt:

NO2-WochenmittelHabichtstraßeKieler StraßeMax-Brauer-AlleeStresemannstraße
02. – 8.03.202048 µg/m³44 µg/m³41 µg/m³43 µg/m³
09. – 15.03.202043 µg/m³40 µg/m³35 µg/m³31 µg/m³
16. – 22.03.202033 µg/m³35 µg/m³34 µg/m³34 µg/m³
23. – 29.03.202033 µg/m³30 µg/m³29 µg/m³34 µg/m³
30.03. – 05.04.202039 µg/m³37 µg/m³34 µg/m³34 µg/m³
06. – 12.04.202036 µg/m³33 µg/m³35 µg/m³34 µg/m³
13. – 19.04.202019 µg/m³20 µg/m³23 µg/m³23 µg/m³
NO2-Monatsmittel

März 2020

40 µg/m³39 µg/m³35 µg/m³36 µg/m³

 

Die Luftbelastung sinkt v. a. an den Wochenenden sehr deutlich, zeigt sich aber auch bei separater Betrachtung der Werktage. Im Monatsmittel für März wird der Jahresmittelgrenzwert von 40 µg/m³ an allen verkehrsnahen Luftmessstationen eingehalten. Einzelne Schwankungen können aufgrund der meteorologischen Bedingungen auftreten. Der März war an vielen Tagen geprägt durch stabile, austauscharme Luftschichten in den Morgenstunden und teilweise Inversionswetterlagen. Hinzu kommt eine geringere Windgeschwindigkeit als im Vorjahr, die den Luftaustausch und damit den Abtransport der Luftschadstoffe zusätzlich erschwert. Dennoch zeigt sich trotz der ungünstigeren meteorologischen Bedingungen im Vergleich zum Vorjahr eine Minderung der Belastung. Alle Messwerte sind jederzeit unter http://luft.hamburg.de/einsehbar.

 

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Stadt Hamburg
Behörde für Umwelt und Energie