Landtagswahl Rheinland-Pfalz 2026 – CDU knapp vor SPD – doch das Rennen bleibt offen – Am kommenden Sonntag, 22. März 2026, wählen die Bürger in Rheinland-Pfalz einen neuen Landtag. Gewählt wird der 19. Landtag des Bundeslandes. Der Landtag besteht regulär aus 101 Abgeordneten; gewählt wird nach dem System der personalisierten Verhältniswahl mit Wahlkreisstimme und Landesstimme. Nach mehr als drei Jahrzehnten SPD-geführter Landespolitik deutet sich diesmal ein besonders spannendes Rennen an.
Kurz vor dem Wahltag sehen die jüngsten Umfragen die CDU leicht vor der SPD. Im aktuellen ZDF-Politbarometer Extra vom 19. März kommt die CDU auf 29 Prozent, die SPD auf 27 Prozent. Die AfD liegt bei 19 Prozent, die Grünen bei 9 Prozent, die Linke bei 5 Prozent und die Freien Wähler bei 4,5 Prozent. Andere Parteien zusammen erreichen 6,5 Prozent; darunter befindet sich keine Partei mit mindestens drei Prozent. Rechnerisch würde es nach dieser Erhebung vor allem für eine Koalition aus CDU und SPD reichen.
Auch andere aktuelle Erhebungen zeigen ein sehr enges Bild. Laut Infratest dimap für die ARD vom 12. März lag die CDU bei 29 Prozent und die SPD bei 28 Prozent. Eine Woche zuvor hatte die Forschungsgruppe Wahlen bereits 28 Prozent für die CDU und 26 Prozent für die SPD gemessen. INSA sah die CDU am 18. März bei 28 Prozent und die SPD bei 27 Prozent. Damit bleibt der Abstand zwischen beiden großen Parteien in allen jüngsten Umfragen minimal und innerhalb üblicher Fehlertoleranzen.
Besonders interessant ist der Blick auf die Entwicklung der Umfragewerte. Im Juli 2024 lag die CDU bei 31 Prozent, die SPD nur bei 21 Prozent. Im Dezember 2024 wurden 32 Prozent für die CDU und 24 Prozent für die SPD gemessen. Im Frühjahr 2025 sackte die SPD zeitweise sogar auf 21 bis 23 Prozent ab, während die CDU meist zwischen 28 und 30 Prozent lag. Seit Jahresbeginn 2026 hat die SPD jedoch spürbar aufgeholt: von 26 Prozent im Januar auf 27 bis 28 Prozent im Februar und März. Die CDU blieb im gleichen Zeitraum relativ stabil bei 28 bis 29 Prozent. Das bedeutet: Aus einem deutlicheren CDU-Vorsprung ist ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen geworden.
Verglichen mit der Landtagswahl 2021 wäre das eine deutliche Verschiebung. Damals wurde die SPD mit 35,7 Prozent klar stärkste Kraft, die CDU kam auf 27,7 Prozent. Die Grünen erreichten 9,3 Prozent, die FDP 5,5 Prozent, die Freien Wähler 5,4 Prozent, die AfD 8,3 Prozent und die Linke 2,5 Prozent. Sollte sich der aktuelle Trend bestätigen, müsste die SPD diesmal erhebliche Verluste hinnehmen, während die CDU leicht zulegen könnte. Besonders auffällig wäre der starke Anstieg der AfD, die ihr Ergebnis von 2021 nach aktuellen Umfragen mehr als verdoppeln könnte.
Trotz des engen Rennens bei den Parteien hat die SPD im direkten Vergleich der Spitzenkandidaten einen Vorteil. Infratest dimap sieht Ministerpräsident Alexander Schweitzer bei der Frage nach der bevorzugten Führung der Landesregierung vor Gordon Schnieder. Bei der Entscheidung zwischen Schweitzer und Schnieder liegt Schweitzer mit 41 zu 23 Prozent vorn. Im ZDF-Politbarometer Extra kommt Schweitzer auf 40 Prozent als bevorzugter Ministerpräsident, Schnieder auf 25 Prozent. Das zeigt: Die CDU liegt zwar bei der Parteipräferenz knapp vorne, doch beim Kandidatenvergleich hat der amtierende Ministerpräsident klar bessere Werte.
Inhaltlich wurde der Wahlkampf zuletzt vor allem von Wirtschaft, Bildung, innerer Sicherheit, Gesundheit und Klimapolitik geprägt. Beim letzten direkten Schlagabtausch zwischen Alexander Schweitzer und Gordon Schnieder standen genau diese Themen im Mittelpunkt. Zusätzlich spielt die wirtschaftliche Stimmung im Land offenbar eine wichtige Rolle: Laut einer aktuellen INSA-Erhebung halten 77 Prozent der Befragten den wirtschaftspolitischen Kurs für wichtig oder sehr wichtig für ihre Wahlentscheidung. Auch die Debatte um das Landesklimaschutzgesetz und die innere Sicherheit hat den Endspurt des Wahlkampfes geprägt.
Offen bleibt vor allem, wie stark sich die späten Entscheidungen am Sonntag noch auswirken. Infratest dimap erklärte, dass 12 Prozent der Wahlberechtigten ihre Parteipräferenz bis zum Wahltag noch ändern könnten. Das ZDF verweist sogar darauf, dass 27 Prozent noch nicht sicher wissen, wen oder ob sie wählen wollen. Genau darin liegt die besondere Spannung dieser Wahl: Zwar gibt es einen leichten Trend zugunsten der CDU, doch das Rennen ist keineswegs entschieden. Schon kleine Verschiebungen könnten am Sonntag darüber bestimmen, wer stärkste Kraft wird – und wer am Ende die nächste Landesregierung anführt. (hk)
Quellen: Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz / wahlen.rlp.de, Wahlrecht.de, ZDF-Politbarometer Extra, ZDF-Presseportal, Infratest dimap, WELT / dpa