Seilbrücken für Wildtiere – Hoffnungsträger im Kampf gegen den Straßentod

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Seilbrücken für WildtiereHoffnungsträger im Kampf gegen den Straßentod – Straßen zerschneiden weltweit Lebensräume und stellen für viele Tiere eine tödliche Gefahr dar. Immer häufiger setzen Naturschützer deshalb auf Seilbrücken – hängende Übergänge über Straßen hinweg, die Affen, Hörnchen und anderen Baumtieren sichere Wanderwege bieten. Auch in Sri Lanka wurde eine solche Brücke errichtet. Doch wie wirksam sind diese Konstruktionen, und welche Erfahrungen gibt es international?

Begriffserklärung

Seilbrücken, auch canopy bridges genannt, sind speziell konstruierte Hängekonstruktionen aus Seilen, Netzen oder stabilen Kabeln, die hoch über Straßen gespannt werden. Sie dienen baumbewohnenden Tieren als sichere Passage zwischen Waldgebieten. Ziel ist es, Unfälle zu verhindern, genetische Isolation zu vermeiden und das natürliche Verhalten der Tiere zu bewahren.

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Gesetzliche Verankerung

Rechtlich sind solche Maßnahmen Teil des Konzepts der sogenannten Wildlife Crossings, die in vielen Ländern unter den Bereichen Straßenbau, Umweltschutz und Artenschutz eingeordnet werden. Während in Deutschland Grünbrücken für Wildtiere gesetzlich verankert und teilweise vorgeschrieben sind, sind Seilbrücken in tropischen Ländern meist Pilotprojekte, die von NGOs in Zusammenarbeit mit Naturschutzbehörden umgesetzt werden.

Sri Lanka – ein Pilotprojekt mit nur einer Brücke

In Sri Lanka wurde im Jahr 2022 die erste und bisher einzige Seilbrücke nahe Sigiriya installiert. Ziel war es, vor allem die gefährdeten Purpurgesicht-Languren vor Verkehrsunfällen zu schützen. Erste Beobachtungen zeigen: Nach anfänglicher Zurückhaltung nutzen die Affen die Brücke inzwischen regelmäßig – auch mit Nachwuchs. Zusätzlich wurden andere Arten wie Spitzmaulmakaken beim Überqueren gesichtet.
Wichtig ist jedoch der Hinweis: Anders als in sozialen Medien oft behauptet, gibt es nicht mehrere oder gar ein landesweites Netz solcher Brücken in Sri Lanka. Es handelt sich um ein einzelnes Pilotprojekt, das zwar erfolgreich ist, bisher aber keine Fortsetzung gefunden hat.

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Internationale Erfahrungen und dokumentierte Ergebnisse

Während Sri Lanka also noch am Anfang steht, liefern andere Länder überzeugende Ergebnisse:

  • Malaysia (Penang, seit 2019): Eine Seil- und Kabelbrücke über eine stark befahrene Straße verzeichnete in den ersten Monaten mehr als 2.100 dokumentierte Überquerungen durch Dusky-Languren und andere Arten. Gleichzeitig sank die Zahl der Verkehrsunfälle mit Wildtieren dort auf null.

  • Singapur: In der Nähe des Thomson Nature Park wurden mehrere Brücken installiert. Innerhalb von 16 Monaten registrierten Forscher hunderte Überquerungen von mindestens sieben Arten, darunter die seltenen Raffles’ banded langurs.

  • Indonesien (Sumatra): NGOs errichteten verschiedene Brückentypen entlang einer neuen Straße. Kameraaufnahmen dokumentierten die Nutzung durch schwarze Sumatra-Languren, Makaken und Riesenschlitzhörnchen. Orang-Utans nutzten die Übergänge bislang nicht, was zeigt, dass die Akzeptanz je nach Art unterschiedlich ist.

  • Brasilien (Alta Floresta, Amazonas, ab 2024): Dort entstanden sieben Brücken über städtische Straßen. Sie ermöglichten zahlreichen gefährdeten Affenarten sichere Überquerungen, die Zahl der Wildtier-Unfälle sank deutlich.

Diese dokumentierten Erfolge zeigen: Seilbrücken können lokal einen entscheidenden Beitrag leisten, wenn sie strategisch platziert und langfristig überwacht werden.

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Kritik und Bewertung

Das Beispiel Sri Lanka verdeutlicht, dass ein Pilotprojekt allein nicht ausreicht, um die landesweiten Probleme von Lebensraumzerschneidung und Wildunfällen zu lösen. Gleichzeitig zeigen die internationalen Zahlen, dass solche Maßnahmen erfolgreich sind, wenn sie konsequent umgesetzt werden. Eine größere Verbreitung könnte gerade in Ländern mit hohem Verkehrsaufkommen und artenreichen Wäldern entscheidend sein.

Mögliche Folgen

Sollte Sri Lanka oder andere Länder ein flächendeckendes Netz solcher Brücken einführen, könnten Wildunfälle drastisch sinken und fragmentierte Lebensräume wieder miteinander verbunden werden. Für bedrohte Arten wie den Purpurgesicht-Langur in Sri Lanka wäre dies ein entscheidender Beitrag zum Überleben. Gleichzeitig könnten diese Projekte als Modell für weitere Länder dienen.

Fazit zu Seilbrücken für Wildtiere

Seilbrücken für Wildtiere sind mehr als ein Symbol für Umweltschutz – sie sind eine praktische Lösung, die sich in vielen Regionen bereits bewährt hat. Sri Lanka steht mit nur einer Brücke noch ganz am Anfang. Doch die internationalen Beispiele zeigen eindrucksvoll: Wo Politik, Naturschutz und Ingenieurskunst zusammenarbeiten, können kleine Brücken große Wirkung entfalten. (hk)

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