Handelsabkommen schleust Genlachs auch nach Deutschland
Der Großteil des Abkommens CETA wird mit der vorläufigen Anwendung sofort wirksam, bevor die nationalen Parlamente der EU-Mitglieder den Vertrag ratifiziert haben. Neue Analysen von Greenpeace und der Non-Profit-Forschungsorganisation IATP (Institute for Agriculture & Trade Policy) machen deutlich, wie CETA europäische Standards für Umweltschutz und Lebensmittelsicherheit bedroht. Sie zeigen, wie CETA der Agrarindustrie ermöglicht, ab heute Standards zu schwächen, etwa beim Einsatz von Wachstumshormonen, Antibiotika, gentechnisch veränderten Organismen (GVOs), dem Klonen von Tieren und der Herkunftslandkennzeichnung. „Ab heute können US-Agrarunternehmen über Kanada europäische Standards angreifen und das Vorsorgeprinzip der EU aushebeln“, so von Lieven. „Die Abgeordneten im Bundestag müssen die Bevölkerung vor genmanipulierten und hormonell behandelten Lebensmitteln schützen. Sie dürfen CETA nicht ratifizieren.“ Lehnt nur eine Regierung CETA ab, ist das Abkommen gestoppt. Die Analysen: http://gpurl.de/Lahvi
CETA unterwandert EU-Gesetze
Seit im vergangenen Jahr gentechnisch veränderter Lachs in Kanada erlaubt ist, wurden bereits circa 4,5 Tonnen davon in Kanada verkauft – ohne Kennzeichnung. Mit CETA werden niedrigere Zölle und größere Kontingente festgelegt, wodurch die Lachsimporte aus Kanada steigen werden.
In den USA werden mit Wachstumshormonen behandelte Tiere nicht gekennzeichnet. Vergleichbare Erfahrungen durch das nordamerikanische Abkommen NAFTA zeigen: Durch den intensiven nordamerikanischen Handel finden sich diese Tiere sehr wahrscheinlich auch in Kanada. Da ihr Fleisch äußerlich nicht von dem herkömmlicher Tiere zu unterscheiden ist, unterlaufen kanadische Fleischimporte de facto das EU-Verbot von mit Wachstumshormonen behandelten Tieren. Shefali Sharma, Direktor von IATP: „CETA bedroht Lebensmittelsicherheit und Umweltschutz. Dieses Abkommen schadet Landwirten und Verbrauchern auf beiden Seiten des Atlantiks.“
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