Offenburg – Mensch mit Behinderungen: Offenes Ohr für Verbesserungen

Stadtverwaltung bat zum Runden Tisch „Behindertenfreundliches Offenburg“ / Einladung zu Ortsbegehungen.

Mittelrhein-Tageblatt-Nachrichten-aus-Offenburg-BW-Offenburg (BW) Barrierefreiheit „Salmen“, Blindenleitsystem und Ampelringe waren u.a. Themen beim jüngsten Runden Tisch „Behindertenfreundliches Offenburg“ am 8. Oktober. Premiere war der Video-Mitschnitt mit Gebärdensprache von CJD-Mitarbeiterin Frauke Diebold-Napierala für das Webportal www.inklusive-ortenau.de über die Ergebnisse des Rundes Tisches.

Das Angebot ist seit Dezember 2018 online, seither wächst es beständig. Ziel ist es, umfassende Auskunft für alle Fragen rund um Inklusion in allen Lebensbereichen zu bieten. Das Webportal www.inklusive-ortenau.de ist das Kernstück eines gemeinsamen Projekts vom CJD Offenburg mit den Kooperationspartnern BRO (Bildungsregion Ortenau), Schulewirtschaft Ortenau und der Handwerkskammer Freiburg. Gefördert wird es von Aktion Mensch. So sollen auch Videos mit Gebärdensprache nach und nach das Angebot erweitern.

Nach einer Ortsbegehung mit Blinden, Gehörlosen und Rollstuhlfahrern im und um den Salmen hat man gemeinsam mit Museumspädagogin Nadine Rau nach Punkten gesucht, um die Situation für Menschen mit Behinderungen zu verbessern. Gar nicht so einfach bei einem denkmalgeschützten Gebäude, waren sich alle einig. Die Vorstellungen wurden an die Kollegen im Baudezernat zur Prüfung weitergeleitet. Auch die Behindertenfreundlichkeit in puncto konzeptioneller Entwicklung der Museumsangebote soll spätestens 2020 ein Thema sein.

Im Zuge des Lindenplatz-Umbaus stand einmal mehr das Blindenleitsystem in der Innenstadt auf dem Prüfstand. Sehbehinderte monierten, dass die Natursteinrinne zu flach ausgebildet ist, um als Orientierungsfindung geeignet zu sein. „Wenn sich das tastbare Bodenleitsystem in der Lange Straße und am Kronenplatz bewährt hat, werden wir es auch auf dem Lindenplatz einrichten“, informierte Bernhard Mussler. Wenn es auch vom ADFC viel Lob für die Offenburger Ampelringe gibt, so stellen die Radfahrer, die sich an den Ringen festhalten, um nicht absteigen zu müssen, für sehbehinderte Menschen ein Hindernis dar. Und auch für Blindenhunde, welche die Tasten mit ihrer Schnauze drücken können, besteht hohe Verletzungsgefahr durch die Ringe. Hier werden bereits entsprechende Lösungen erarbeitet und umgesetzt.

Die Aufschrift „Tag der Behinderten“ wurde als nicht korrekt moniert und in „Internationaler Tag der Menschen mit Behinderungen“ umgewandelt. Lob gab es auch für die behindertengerechte Ausstattung des Offenburger Freizeitbads. Besonders das Personal sei stets bemüht, Menschen mit Handicap zu helfen, wo es nur geht, waren sich alle einig.

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Stadt Offenburg

Autor: Mittelrhein-Tageblatt Redaktion