Aus für Käfighaltung – nicht für Käfigeier

Mittelrhein-Tageblatt-Deutsches-Tageblatt-Tiere-Tierschutz-Verstoesse-Tierquaelerei

Aus für Käfighaltungnicht für Käfigeier – Seit dem 1. Januar 2026 ist die Kleingruppenhaltung von Legehennen in Deutschland verboten. Damit endet, nach dem Verbot der klassischen Legebatterien im Jahr 2010, auch die letzte Form der Käfighaltung. Nur in begründeten Ausnahmefällen können Betriebe eine Übergangsfrist bis 2028 beantragen.

„Leider gilt dieses Käfigverbot nicht EU-weit, sodass die Kleingruppen-Käfighaltung in zahlreichen Mitgliedstaaten wie Polen, Slowakei, Tschechien, Bulgarien und Rumänien weiterhin sehr verbreitet ist“, bedauert Ursula Bauer von aktion tier – Berlin.

Auch wenn das deutsche Käfigverbot aus Tierschutzsicht zu begrüßen ist, geht das Leiden der Legehennen weiter, denn auch die hierzulande vorherrschende Bodenhaltung ist nicht artgerecht. In großen Stallanlagen leben bis zu 6.000 Tiere ohne Auslauf. Die hohe Besatzdichte begünstigt Verhaltensstörungen und erhöht den Krankheitsdruck.

Virtueller Tierfriedhof kostenlos Memory Garden

Wer die Käfighaltung im eigenen Land aus Tierschutzgründen verbietet, sollte konsequenterweise auch keine Käfigeier mehr importieren“, kritisiert die Biologin. Deutschland bezieht jedoch weiterhin jedes Jahr große Mengen an Schaleneiern und Ei-Produkten unter anderem aus Polen, wo über 50% der Legehennen in Kleingruppen-Käfigen leben sollen. Zudem stammt ein hoher Anteil der EU-Eierimporte aus der Ukraine, überwiegend aus Legebatterien. Die importierten Käfig-Eier gelangen vor allem als Flüssigei, Eipulver oder in verarbeiteten Lebensmitteln auf den Markt. Anders als bei Schaleneiern besteht hier keine Kennzeichnungspflicht für Herkunft und Haltungsform. Eine Ausnahme bilden Bio-Produkte: Sie dürfen ausschließlich Eier aus ökologischer Haltung enthalten, auch wenn in der Zutatenliste lediglich „Ei“ angegeben ist.

Auch bei frischen Eiern im Handel ist Vorsicht geboten. Käfigeier gelangen seit 2010 nicht mehr in die Supermarktregale, dennoch kann es vorkommen, dass Frischeier versehentlich oder bewusst falsch deklariert werden. Laut EU-Vorgabe sollten die Eier direkt im Geflügelstall gestempelt werden. Während Deutschland dies umsetzt, erfolgt die Kennzeichnung in vielen anderen Mitgliedstaaten erst in den Packstellen, wo Eier aus unterschiedlichen Haltungsformen zusammenlaufen und so Fehler oder Manipulationen möglich sind.

„Daher empfehlen wir Verbraucherinnen und Verbrauchern, bei verarbeiteten Lebensmitteln auf Bioprodukte zu achten und auch bei Schalen-Eiern ausschließlich deutsche Bio-Eier zu wählen“, so Bauer abschließend.

Mittelrhein-Tageblatt Tierliebe-Tiergeschichten-Tierschutz

***
Text: aktion tier – menschen für tiere e.V.

Haftung und Urheberrecht

Die Redaktion übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der veröffentlichten Informationen. Beiträge, die von Dritten, wie z. B. Polizei, Feuerwehr, Vereinen oder Unternehmen bereitgestellt werden, liegen in der Verantwortung der jeweiligen Herausgeber. Jegliche Inhalte, einschließlich Hyperlinks auf externe Seiten, wurden sorgfältig geprüft, dennoch übernehmen wir keine Verantwortung für die Inhalte externer Seiten, auf die im Beitrag direkt oder indirekt verwiesen wird.

Alle Rechte an den Texten und Beiträgen sind vorbehalten. Das Teilen unserer Inhalte in sozialen Medien ist ausdrücklich gestattet, solange die Quelle angegeben wird. Die Vervielfältigung, Verbreitung oder sonstige kommerzielle Nutzung – auch auszugsweise – bedarf jedoch der schriftlichen Zustimmung der Redaktion.

Vier Pfoten Ratgeber
Nach oben scrollen
Cookie-Einstellungen Holger Korsten 150 Bewertungen auf ProvenExpert.com