Braunschweig – Werke erinnern an Bombennacht: An sechs Ausstellungsorten sind Bilder und Graphiken von der Zerstörung Braunschweigs 1944 zu sehen

Mittelrhein-Tageblatt - Deutsches Tageblatt - News - Braunschweig -Braunschweig (NI) – Die Stiftung Prüsse und das Städtische Museum Braunschweig zeigen vom 2. September bis 15. Oktober 2019 die Ausstellung „15. Oktober – Die Zerstörung der Stadt Braunschweig 1944“. Gezeigt werden Werke von Braunschweiger Künstlerinnen und Künstlern, die sich mit der Zerstörung der Stadt Braunschweig im Zweiten Weltkrieg und ihrem frühen Wiederaufbau beschäftigt haben. Bei zahlreichen Luftangriffen, die die Nationalsozialisten provoziert hatten, starben in der verheerenden Bombennacht vom 14. auf den 15. Oktober 1944 mehrere Tausend Menschen. Die Innenstadt wurde nahezu komplett zerstört. Dieses Ereignis jährt sich 2019 zum 75. Mal.

An sechs gemeinsamen Ausstellungsorten werden Arbeiten aus der Sammlung Prüsse und einige Werke aus dem Städtischen Museum gezeigt: Im Städtischen Museum, Haus am Löwenwall sind Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphiken zu sehen. In der Jakob-Kemenate und der Kemenate Hagenbrücke sowie im Bankhaus Löbbecke, dem Augustinum und der St. Andreas-Kirche werden überwiegend Gemälde zu sehen.

Die Ausstellungseröffnung findet am Sonntag, 1. September 2019 um 15 Uhr statt. Es begrüßt Museumsdirektor Dr. Peter Joch. Geleitworte sprechen Anke Kaphammel, Bürgermeisterin der Stadt Braunschweig, sowie Joachim Prüsse, Vorsitzender der Karin und Joachim Prüsse Stiftung. Dr. Lars Berg, Kurator des Städtischen Museums Braunschweig, führt in die Ausstellung ein.

Die Ausstellung im Städtischen Museum gliedert sich thematisch in sechs Unterkapitel. Den größten Teil der Präsentation nehmen Bilder ein, die die Trümmer der Stadt festhalten. In einer zweiten Einheit werden die zerstörten Kirchen in Braunschweig vorgestellt. In einer dritten Sektion wird der Wiederaufbau in unterschiedlichen künstlerischen Positionen veranschaulicht.

Mit dem Wiederaufbau im Deutschland der Nachkriegszeit gehen Szenen des Alltags, so das vierte Kapitel, einher. Künstlerinnen wie Hedwig Hornburg (1885-1975) oder auch Ernst Straßner (1905-1991) blickten mit einem teils romantisch-verklärenden Blick auf die Ruinen der Stadt. Diese Arbeiten werden in der Sektion „Idylle“ zu sehen sein. In einem weiteren Ausstellungskapitel werden Gemälde gezeigt, die unter der Überschrift „Symbolwelt“ das Geschehen der Kriegszerstörung auf einer allegorisch vermittelnden Ebene vor Augen führen.

Der Braunschweiger Joachim Prüsse, geboren 1939, wuchs in der kriegszerstörten Stadt auf. Seit Jahrzehnten sammelt er Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphiken von Braunschweiger Künstlerinnen und Künstlern, die sich mit der Zerstörung der Stadt und dem Wiederaufbau auseinandergesetzt haben.

In der Schau sind unter anderem Arbeiten von Erich Constein, Hermann Flesche, Wilhelm Frantzen, Hedwig Hornburg, Günther Kaphammel, Wilhelm Krieg, Karl-Heinz Meyer, Gottlieb Mordmüller, Karl Neuss, Christof Nanko, Ernst Straßner, Daniel Thulesius und Herbert Waltmann zu sehen.

Begleitend zur Ausstellung wird ein umfangreiches Programm mit Führungen, Gesprächen, begleiteten Stadtspaziergängen, Filmvorführungen, Vorträgen und anderen Aktionen angeboten. Für Schulklassen gibt es zwei Begleitprogramme für den Geschichts- und Kunstunterricht. Es erscheint ein ausführlicher Katalog mit Aufsätzen, Bildbeschreibungen und Farbabbildungen ausgewählter Werke.

Begleitprogramm

FÜHRUNGEN DURCH DIE AUSSTELLUNGEN
Begleitprogramm für Schulen
Für Schulklassen der Jahrgangsstufen 9. und 10. finden im Städtischen Museum Braunschweig zwei Begleitprogramme für den Geschichts- und Kunstunterricht statt. Informationen und Anmeldungen unter: Telefon: 0531 470-4504 | Email: martin.baumgart@braunschweig.de

Mittwoch, 4.9., 12.30 Uhr
„Mittagspause im Museum mit Dr. Lars Berg“
Städtisches Museum Braunschweig / Haus am Löwenwall, Steintorwall 14 | Führung inkl. Kaffee und Kuchen (im Anschluss)

Samstag, 21.9., Sa 28.9. und Sa 12.10., 14 Uhr
Stadtspaziergänge mit Dr. Christina Axmann „15. Oktober – Die Zerstörung der Stadt Braunschweig 1944“ mit Besuch der Ausstellung im Städtischen Museum Braunschweig | Haus am Löwenwall und jakob-kemenate
Bei dem Stadtspaziergang begeben Sie sich auf eine spannende Spurensuche in der Innenstadt, wo sich auch heute noch zahlreiche Zeugen von Zerstörung und Wiederaufbau entdecken lassen, die sich in den ausgestellten Kunstwerken wiederfinden. Teilnahmegebühr 5 € | Treffpunkt Städtisches Museum Braunschweig | Haus am Löwenwall, Steintorwall 14, 38100 Braunschweig | Auch individuell buchbar für Gruppen

Sonntag, 13.10., 15 Uhr
Kuratorenführung durch die Ausstellung mit Dr. Lars Berg
Städtisches Museum Braunschweig | Haus am Löwenwall, Steintorwall 14, 38100 Braunschweig

Samstag, 7.9., 17 Uhr | Sonntag, 15.9., 16 Uhr | Freitag, 20.9., 18 Uhr |
Mittwoch, 9.10., 18 Uhr
Gespräche und Führung mit Joachim Prüsse in der jakob-kemenate
„Meine Braunschweiger Kindheitstage haben sich in einer Stadt abgespielt, die anders aussah, als heute. Trümmerlandschaften und beginnender Wiederaufbau waren der Alltag in der damaligen Zeit.“
Ort: jakob-kemenate | Eintritt: 10 Euro

Dienstag, 8.10., 19 Uhr
„Filmdokumente zur Zerstörung Braunschweigs“
Ort: Altstadtrathaus | Videoraum im Untergeschoss | Eintritt frei |
Dr. Peter Joch, Rainer Schuller

VORTRÄGE MIT DIPL.ING. ELMAR ARNHOLD
Dienstag, 24.9. 18 Uhr
»Braunschweig im Bombenkrieg«
Ort: kemenate-hagenbrücke | Eintritt: 10 Euro

Donnerstag, 10.10.
»Aus Trümmern in die Moderne – der Wiederaufbau der Braunschweiger Innenstadt.«
Der Vortrag zeigt die spannende Geschichte des Neuanfangs nach dem Krieg mit ihren verschiedenen Aspekten bis heute. Der Braunschweiger Bauhistoriker Elmar Arnhold studierte an der Technischen Universität Braunschweig Architektur. Sein Interessenschwerpunkt ist die Baugeschichte vorindustrieller Epochen. Insbesondere beschäftigen ihn die Themen historischer Städtebau, Bürgerhäuser und Fachwerkarchitektur.

VORTRAG UND FÜHRUNG MIT WOLFGANG ERNST
Donnerstag., 5.9., 18 Uhr
„Entwicklung des Luftschutzbunkerbaus in Braunschweig“.
1938 beauftragte das Reichsluftfahrtministerium das “Institut für baulichen Luftschutz“ an der TU Braunschweig Modellregeln für Explosionsvorgänge zu entwickeln. Die Forschung begann 1938 unter der Leitung von Prof. Theodor Kristen. | Ort: jakob-kemenate, Eiermarkt 1 B | Eintritt: 10 Euro

Sonntag., 22.09., 15 Uhr
Führung durch den Bunker Kralenriede
Die Führung beginnt im Außenbereich (ca. 20 Minuten). Festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung sind erforderlich. Die Gesamtdauer der Führung beträgt ca. 90 Minuten. Der Bunker befindet sich noch im Originalzustand und ist daher leider nicht barrierefrei! | Treffpunkt vor dem Bunker, Kralenriede 19 | Eintritt: 10 Euro

Wolfgang Ernst, geb. 1947, Bundesbeamter i. R., Autor des Buches „Überlebensorte … “ und „Braunschweigs Unterwelt …“.

Dienstag, 1.10., 15 Uhr
St. Magnikirche – „Erbe und Aufgabe“
Mit ihrem Nebeneinander von spätmittelalterlichen und neuzeitlichen Raum- und Gebäudeteilen überrascht die Magnikirche ihre Besucher*innen immer wieder. In dieser bewusst gewählten Mischung von ‚alt und neu‘ bleiben die Zerstörung der Kirche 1944 und ihr erst 1964 abgeschlossener Wiederaufbau bis heute ablesbar.
Referent: Udo Gebauhr, Dipl.-Ing., Bauoberrat i.R., Kurator der Stiftung
Prüsse | Ort: jakob-kemenate | Eintritt: 10 Euro

Sonntag, 22.9., 18.00 Uhr, Sonnabend 5.10.,19.00 Uhr
Lesung und Musik im Turm von St. Andreas
Vom 14. auf den 15. Oktober 1944 brannten beide Türme wie zwei riesige Fackeln ab. Das „Friedensfenster“ in der St.Andreas-Kirche, von Charles Crodel (1894 – 1973) gestaltet, erinnert an diese Nacht. | Ort: St.-Andreas-Kirche, An der Andreaskirche 4 | 389 Stufen (!) führen zur Veranstaltung in der Turmstube | Eintritt 10 Euro

Montag, 2.9., 18 Uhr,
Kriegskinder Eckhard Schimpf und Joachim Prüsse im Gespräch | Ort: jakob-kemenate, Eintritt frei

Freitag,11.10., 18 Uhr
„Feuernacht“
Ort: jakob-kemenate | Eintritt: 10 Euro
Eckhard Schimpf ist ein deutscher Journalist, Buchautor und Motorsportler. Bis zum Eintritt in den Ruhestand war er stellvertretender Chefredakteur der Braunschweiger Zeitung. Er hat zahlreiche Bücher zur Geschichte der Stadt Braunschweig verfasst.

Infos:
Öffnungszeiten: Di – So 10 – 17 Uhr, Städtisches Museum Braunschweig, Haus am Löwenwall, Steintorwall 14, 38100 Braunschweig, Tel.: (0531) 470 4521, E-Mail: staedtisches.museum@braunschweig.de, www.braunschweig.de/museum
Eintritt: Erwachsene 5,00 €; Ermäßigung (für Schüler, Studierende, Auszubildende, Menschen mit Behinderung, Rentner sowie Inhaber des „Braunschweig Passes“) 2,50 €; Kinder von 6 – 16 Jahre 2,00 €; Schulklassen und Kinder bis 6 Jahre freier Eintritt. Das Städtische Museum ist uneingeschränkt barrierefrei.
Das Städtische Museum nimmt teil an der MuseumsCard der Braunschweiger Museen. Sie ermöglich einmalig freien Eintritt sowie dauerhaft ermäßigten Eintritt bei Folgebesuchen für ein Jahr in den sieben größten Museen Braunschweigs. Die Museumscard kostet 22 Euro und ist auch im Städtischen Museum erhältlich. Alle Infos unter www.braunschweig.de/museumscard.

jakob-kemenate
Eiermarkt 1 B, 38100 Braunschweig
Mo bis Sa von 11 – 17 Uhr
So von 12 – 17 Uhr | Eintritt frei

kemenate hagenbrücke
Hagenbrücke 5, 38100 Braunschweig
Mo bis Sa von 11 – 17 Uhr
So von 12 – 18 Uhr | Eintritt frei
Ausstellungsorte und Öffnungszeiten

Augustinum Braunschweig
Am Hohen Tore 4A, 38118 Braunschweig
Mo – Sa von 10 – 18 Uhr |
So von 12 – 18 Uhr | Eintritt frei

Bankhaus Löbbecke/M.M.Warburg
Petritorwall 22, 38118 Braunschweig
Mo, Di 10 – 12 Uhr und 14 – 16 Uhr |
Mi und Fr 10 – 14 Uhr | Do 10 – 12 Uhr
und 14 – 18 Uhr | Eintritt frei

St. Andreaskirche
An der Andreaskirche 4, 38100 Braunschweig
Mi – So 15 – 17 Uhr | Eintritt frei

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Stadt Braunschweig
Referat Kommunikation
Platz der Deutschen Einheit 1
38100 Braunschweig

Autor: Mittelrhein-Tageblatt Redaktion