Zeckenalarm -Gesundheitsmagazin – Herrenberg (BW) – Da wurde die Rechnung wohl ohne den Wirt gemacht. Denn diesen suchen sich Plagegeister wie Zecken zur Blutaufnahme. Am liebsten mögen sie ein warmes, gemütliches und geschütztes Plätzchen. Und dabei können sowohl Tiere als auch wir Menschen viele geeignete Orte bieten. Jedes Jahr aufs Neue werden sie als Ausflugs-Souvenir mit nach Hause genommen – und doch herrschen immer noch viele Irrtümer und Mythen über die kleinen Blutsauger. Hier erfahren Sie, was wirklich stimmt, und was eben nicht:

1. Zecken lassen sich von Bäumen auf Menschen oder Tiere fallen!

Falsch. Zecken lauern in Gräsern, im Gebüsch, im Unterholz und auf Sträuchern. Dort warten sie auf einen passenden Wirt und halten sich bei Kontakt in Sekundenschnelle an ihm fest. Sie brauchen immer die direkte Nähe zum Wirt. Die meisten Zecken befinden sich dabei in einer Höhe von weniger als einem Meter, oft sogar nur 10 bis 50 cm über dem Boden. Ein weiterer Irrtum ist, dass Zecken springen könnten.

2. Zecken sind nur im Sommer aktiv!

Falsch. Zecken können schon bei einer Außentemperatur von etwa sieben bis neun Grad Celsius aktiv werden. Solche Temperaturen werden selbst im Winter auf sonnenbeschienenen und windgeschützten Stellen tagsüber erreicht.

3. Es heißt Zeckenstich, nicht Zeckenbiss!

Richtig. Zecken haben einen Stech- und Saugapparat, der aus zwei Mundwerkzeugen besteht. Mit diesen können sie die Haut des Wirtes aufschneiden bzw. aufreißen. Anschließend verankern sie den mit Widerhaken besetzten Stechrüssel in der Wunde. „Zeckenstich“ ist somit ein zutreffenderer Begriff.

4. Zecken werden – genau wie Mücken – vor allem vom Körpergeruch angezogen!

Falsch. Forscher haben herausgefunden, dass Menschen mit einem besonderen Duft (z. B. hoher Anteil an Milchsäure auf der Haut) für manche Mückenarten besonders attraktiv wirken. Bei Zecken ist dies nicht der Fall. Hier spielt vor allem das Verhalten des Menschen eine wichtige Rolle, ob man häufiger von Zecken gestochen wird oder nicht. Der Mensch streift die Zecke in den meisten Fällen ab. Vor allem spielende Kinder und Menschen, die sich abseits von Wanderwegen durch Gebüsch bewegen, haben ein erhöhtes Risiko eine Zecke mit nach Hause zu bringen. Auch helle Kleidung ist – anders als bei Mücken – Zecken völlig egal, da sie fast blind sind. Erst wenn die Zecke einmal am Körper ist und sich ein warmes, geschütztes Plätzchen zur Blutaufnahme sucht, ist der Körpergeruch von Bedeutung. Denn bei der Verwendung eines Repellents, z. B. Jungle Formula by AZARON® COMPLETE, wird der eigene Körpergeruch überdeckt. Die Zecke ist irritiert und findet keine geeignete Einstichstelle mehr.

5. Zecken entfernen mit Nagellackentferner, Alkohol oder Klebstoff!

Falsch. In keinem Fall sollte auf solche Maßnahmen zurückgegriffen werden. Denn dabei kann es sein, dass die Zecke ihren Darminhalt in die offene Wunde erbricht, in dem sich Krankheitserreger befinden. So kann es schließlich zu einer Infektion kommen. Die einzige wirksame Vorgehensweise ist das vorsichtige Herausziehen der Zecke (Wichtig: den Kopf nicht im Körper stecken lassen!) mit einer Zeckenkarte oder einer langen und vorne spitzen Pinzette. Das Quetschen des Körpers ist zu vermeiden. Sinnvoll ist auch eine Desinfektion der Einstichstelle nach dem Entfernen.

6. Durch Zeckenstiche können gefährliche Krankheiten übertragen werden!

Richtig. Zecken können eine Vielzahl von Infektionskrankheiten auf den Menschen übertragen. Zum einen zählt die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) dazu, gegen die es einen Impfschutz gibt. FSME tritt vorrangig in Süddeutschland auf. Zum anderen können Zecken auch Borrelien übertragen, die eine Borreliose auslösen können. Sie kommt landesweit vor. Weitere durch Zecken auf Menschen übertragene Krankheiten sind die humane granulozytäre Anaplasmose oder verschiedene Rickettsiosen, die in Deutschland allerdings bisher nur in Einzelfällen beobachtet wurden.

7. Alle Zecken übertragen Borreliose-Bakterien!

Falsch. Nicht jede Zecke trägt Borrelien (Borreliose-Bakterien) in sich. Das Vorkommen schwankt sowohl regional als auch kleinräumig sehr stark. Da nur bis zu 30 Prozent der Zecken in Deutschland die Bakterien in sich tragen und eine Borreliose übertragen können, muss nicht jeder Zeckenstich zum Ausbruch der Erkrankung führen.

8. Gegen Borreliose gibt es keine Schutzimpfung!

Richtig. Anders als bei der Erkrankung FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis), die ebenfalls durch Zeckenstiche ausgelöst werden kann, gibt es bislang noch keine Schutzimpfung gegen Borreliose. Der einzige Schutz besteht damit in der Abwehr von Zeckenstichen. Sollte man dennoch gestochen worden sein, ist eine schnelle Entfernung der Zecke besonders wichtig. Denn das Infektionsrisiko steigt nach etwa zwölf Stunden.

9. Nach einmaliger Borreliose-Erkrankung ist man ein Leben lang immun gegen eine weitere Infektion!

Falsch. Eine einmalige Borreliose bedeutet nicht, dass ein lebenslanger Schutz gegen eine neue Infektion besteht. Eine weitere Ansteckung und Erkrankung ist also durchaus möglich.

10. Eine Borreliose-Infektion geht immer mit der typischen Wanderröte einher!

Falsch. Zwar entwickelt sich oftmals wenige Tage bis zu vier Wochen nach dem Stich einer mit Borrelien infizierten Zecke eine Rötung (Erythema migrans) um die Stichstelle herum, die sich kreisförmig ausweiten kann. Dennoch macht sich eine Borreliose-Infektion in lediglich 50 bis 70 Prozent aller Fälle durch dieses eindeutige Merkmal bemerkbar. Es gilt daher, auf weitere Symptome zu achten, die auf eine Borreliose hinweisen können. Dazu gehören beispielsweise grippeähnliche Anzeichen wie Fieber oder Kopf- und Gliederschmerzen.

 

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Risikogebiete für FSME und Borreliose in Deutschland. Quellenangabe: „obs/Omega Pharma“

OTS: Omega Pharma Deutschland GmbH

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