Deutsches Tageblatt - Stadt-News - Hannover -Hannover (NI) – Umwelt: Im Vorfeld des geplanten Wohnungsbaus im Bereich Kronsberg-Süd wird ein nicht mehr genutzter Wasserhochbehälter der Stadtwerke Hannover AG abgerissen – und es muss ein auf diesem Behälter angesiedeltes Biotop „umziehen“. Die Genehmigung der Region Hannover für den „Umzug“ des Biotops liegt vor, sodass in der kommenden Woche die am Rand des Wasserbehälters stehenden Gehölze wie Ahorn, Esche und Eiche gerodet werden können. Es handelt sich um circa 45 Laubbäume sowie um weitere Laubgebüsche, die sich etwa 800 Quadratmeter in der Umrandung des Behälters befinden.

Südöstlich der heutigen Stadtbahn-Endstation Messe-Ost hat sich auf etwa 5.800 Quadratmetern der Dachüberdeckung des Wasserhochbehälters im Laufe mehrerer Jahrzehnte ein Kalkmagerrasen gebildet. Er ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützt und darf deshalb grundsätzlich nicht zerstört werden. Deshalb hat die Landeshauptstadt Hannover im Hinblick auf das laufende Bebauungsplanverfahren eine entsprechende Ausnahmegenehmigung bei der Unteren Naturschutzbehörde der Region Hannover beantragt. Als Ersatz für das entfallende Biotop soll in etwa 1.000 Metern Entfernung, südlich des Parks Kattenbrook und östlich der Randallee, auf einer bisherigen Ackerfläche ein neuer Kalkmagerrasen mit Hilfe von auf dem alten Standort gewonnenem Boden- und Pflanzenmaterial angelegt werden.

Auf der Ersatzfläche wird Anfang kommenden Jahres damit begonnen, zur Abmagerung des neuen Standorts den Oberboden abzuschieben. Ein Teil davon wird abgefahren, der verbleibende Boden wird zu einer leichten Erhöhung im nördlichen Drittel der Fläche modelliert. Dort werden Ersatzpflanzungen für die am bisherigen Hochbehälter entfernten Gehölze vorgenommen. Verwendet werden sollen dabei ausschließlich standortheimische Arten wie Feldahorn, Hainbuche, Linde und Bergahorn. Voraussichtlich ab Januar wird vom Dachrand des Hochbehälters aus mit einem Bagger das Substrat mit dem Kalkmagerrasen schichtweise abgetragen.

Auf dem größten Teil der Fläche wird das vom Hochbehälter entnommene Bodenmaterial mit dem Kalkmagerrasen schichtweise aufgetragen, auch dort wird eine landschaftlich modellierte Erhöhung angelegt. Dadurch sollen am neuen Standort die nahezu gleichen trockenen, kalkmergelhaltigen und mageren Bodenverhältnisse entstehen wie auf dem Dach des Hochbehälters. Neben der Verlagerung des Pflanzenmaterials soll Saatgut, das im vergangenen Sommer auf dem Hochbehälter gewonnenen wurde, ausgesät werden und dafür sorgen, dass sich das Biotop möglichst schnell am neuen Standort entwickeln kann.

Der Umzug des Biotops soll im Frühjahr 2018 abgeschlossen sein. Unmittelbar danach erfolgt der Abriss des Hochbehälters. Im Rahmen eines Monitorings wird dieser Prozess über die nächsten Jahre beobachtet und dokumentiert, sodass bei eventuellen Fehlentwicklungen gegengesteuert werden kann.

„Für den Naturschutz hat dieser ‚Umzug‘ auch eindeutige Vorteile: Auf dem neuen Standort kann das Kalkmagerrasenbiotop dauerhaft erhalten werden und sich weiterentwickeln“, betont die Erste Stadträtin und Wirtschafts- und Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette. „Der inzwischen aufgegebene Hochbehälter wäre dagegen langfristig in seiner baulichen Struktur nicht zu erhalten und damit der Kalkmagerrasen auf Dauer in seiner Existenz gefährdet gewesen. Zudem wird die neue Biotopfläche mit rund 8.800 Quadratmetern deutlich größer sein als die Fläche auf dem Wasserhochbehälter.“

Hintergrund:

Die Landeshauptstadt Hannover plant in dem Bereich den Neubau des Quartiers „Kronsberg-Süd“ mit circa 3.500 Wohnungen. Im südwestlichen Geltungsbereich des Bebauungsplans befindet sich der rund 90 Jahre alte Wasserhochbehälter der Stadtwerke. Weil im Sommer 2018 mit dem Bau der neuen Haupterschließungsstraße für das neue Baugebiet zwischen Kattenbrookstrift und Lissabonner Allee begonnen werden soll, muss vorher der mittlerweile funktionslose Wasserhochbehälter abgebaut werden. Wegen der Standortbedingungen hat sich auf den erdbedeckten Kammern des Hochbehälters das Magerrasen-Biotop angesiedelt.

Im Zuge des Ausbaus des Wasserwerks Grasdorf (erbaut 1899) entstand ab Mitte der 1920er Jahre der erste Hochbehälter auf dem Kronsberg. Er besteht aus zwei kleinen Kammern von 4.000 und 6.000 Kubikmetern, deren Nutzungsgrad mittlerweile nicht mehr wirtschaftlich ist. Er ging 1930 in Betrieb, wurde 2004 außer Betrieb genommen und nach einem temporären Einsatz 2008 endgültig stillgelegt. Das komplette Grundstück, auf dem sich der Behälter befindet, ist rund 7.400 Quadratmeter groß.

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Die Pressemitteilung im Original finden Sie unter: www.presseservice-hannover.de

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