Mainz – Gemeinsames Gedenken an den 81. Jahrestag der Pogromnacht

Mittelrhein-Tageblatt - Deutsches Tageblatt - News - Mainz -Mainz – (gl) Zur Erinnerung an die zahlreichen Opfer der Novemberpogrome 1938 laden Oberbürgermeister Michael Ebling und die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Mainz, Anna Kischner, alle Bürgerinnen und Bürger zu einer Stunde des Gedenkens ein.

„In Mainz wurden in der Nacht vom 9. auf den 10. November die beiden großen Synagogen in der Hindenburgstraße und an der Flachsmarktstraße/Ecke Margaretengasse zerstört und geschändet. Am folgenden Tag zogen Horden von fanatisierten Nazis, darunter etliche Schüler aus Mainzer Gymnasien, durch die Stadt, verwüsteten Geschäfte und Wohnungen von jüdischen Familien, misshandelten und verhöhnten die Besitzer. Mehrere Dutzend jüdischer Männer wurden verhaftet und in die Konzentrationslager Buchenwald, Dachau u. a. gebracht.

Nicht alle überlebten die damit verbundenen Strapazen und Qualen. Die meisten wurden nach einigen Wochen wieder entlassen, mit der Auflage, innerhalb kürzester Zeit auszuwandern. Die Heimgekehrten waren meist von den Schrecken und Demütigungen, denen sie im Lager ausgesetzt waren, gezeichnet.“ (Quelle: Hedwig Brüchert, Nationalsozialistischer Rassenwahn. Entrechtung, Verschleppung und Ermordung der Mainzer Juden, Sinti und geistig behinderten Menschen. In: Wolfgang Dobras (Red.), Der Nationalsozialismus in Mainz 1933-45. Terror und Alltag (Beiträge zur Geschichte der Stadt Mainz, Bd. 36). Mainz 2008, S. 83.)

Zur Erinnerung an die zahlreichen Opfer der Novemberpogrome laden Oberbürgermeister Michael Ebling und die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Mainz, Anna Kischner, zu einer Stunde des Gedenkens am Sonntag, 10.11.2019, 16 Uhr, in die Neue Synagoge (Synagogenplatz 1) ein.

In Zeiten, in denen antisemitische und fremdenfeindliche Tendenzen in unserem Land leider zunehmen, soll dieser Gedenktag auch im Zeichen eines Bekenntnisses zu einer offenen und toleranten Gesellschaft stehen.

Rabbiner Aharon Ran Vernikovsky wird ein Gebet sprechen und Studentinnen der Jüdischen Gemeinde Mainz werden Gedichte zum Gedenken an die Opfer vorlesen. Musikalisch umrahmt wird die Gedenkstunde von Shai Terry, Stipendiatin der Anni-Eisler-Lehmann-Stiftung.

Die Gedenkveranstaltung steht allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern offen.

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Autor: Mittelrhein-Tageblatt Redaktion