Ratgeber – Grillparty goes Green – Tipps für ein umweltfreundliches Sommerfest

5 wertvolle Tipps für eine umweltfreundliche Grillfeier.

PartyhäppchenRatgeber Essen und Trinken – Der Klimawandel sorgt in Europa für Temperaturrekorde mit bis zu 50 °C. Auch wenn das warme Wetter gerne zum Feiern im Garten genutzt wird, ein einziger Grillabend mit acht Freunden verursacht rund 44 Kilogramm CO2. Unabhängig davon, ob man an die Theorie des menschengemachten Klimawandels glaubt oder nicht, die Bevölkerung sollten sich für Umweltschutz einsetzen. Mit wenigen Tipps wird die eigene Gartenparty zum Freudenfest für Familie, Bekannte, Nachbarn und Natur.

Umweltfreundliche Grillmethoden

Die schlechte Nachricht vorne weg: Holzkohlegrills belasten die Umwelt am meisten. Sie haben mit 6,7 Kilogramm nicht nur einen knapp dreimal so hohen CO2-Ausstoß wie ein Gasgrill, sondern produzieren auch große Feinstaubmengen. Das Bundesamt für Umwelt erklärt, dass beim Verbrennen von 100 kg land- und forstwirtschaftlichen Abfällen in etwa so viel Feinstaub erzeugt wird, wie bei einer mehrere tausend Kilometer langen Fahrt mit einem modernen Lastwagen.

Insofern lohnt die Investition in einen neuen Grill. Dieser wird idealerweise im gleichen Zeitraum wie die Einladungskarten zum Sommerfest von Karten-paradies.de bestellt. Damit ist sichergestellt, dass Gäste und Gerät zum gewünschten Termin bereitstehen.

Bei einer Neuanschaffung sind Gas- und Elektromodelle zu bevorzugen, die wiederverwendet werden können. Einmalgrills sind zwar praktisch, erzeugen aber jede Menge Müll. Am umwelt- und gesundheitsschonendsten ist ein Elektrogrill, der mit Ökostrom betrieben wird. Im Moment gibt es noch keinen Gasgrill auf dem Markt, der mit Biogas befeuert werden kann.

Ein Blick auf die Grillanzünder ist ebenfalls sinnvoll. Spiritus und chemische Varianten sind der Umwelt nicht zuträglich. Besser eignen sich Zapfen, Kokosbriketts oder Fallholz, welches sowieso beim Verrotten CO2 ausgestoßen hätte. Ganz wichtig ist der Verzicht auf Tropenhölzer zum Befeuern des Grills. Nicht nur, dass diese aus Regenwaldrodung erzeugt werden, sie haben auch einen weiten Transportweg.

Die Klimabilanz der Fleisch-Erzeugnisse

GrillgutKommt argentinisches Rindfleisch auf den Grill, dann läuft den Gästen bereits beim Anblick des marmorierten Stücks das Wasser im Munde zusammen. Das butterweiche Produkt aus Übersee gilt als eine der köstlichsten Fleischsorten der Welt. Es ist saftig, aromatisch und von fester Konsistenz. Die Kehrseite der Medaille ist allerdings die katastrophale Klimabilanz. Bei der Herstellung und Verarbeitung von einem Kilogramm argentinischen oder brasilianischen Rindfleischs fallen 13 bis 30 Kilogramm CO2 an. Hinzu kommt, dass große Regenwaldgebiete, unter anderem im Amazonas, für die Viehzucht gerodet werden.

Pflanzen, die dort normalerweise große Mengen CO2 aus der Luft binden würden, werden rücksichtslos vernichtet. Hinzu kommt der lange Transportweg aus Südamerika bis nach Mitteleuropa. Auf der 11.516 Kilometer langen Flugstrecke von Buenos Aires bis nach Frankfurt am Main werden 4249 Kilogramm CO2 produziert. Diese Menge muss natürlich anteilig auf das Fleisch umgelegt werden.

Verena Stricks, die seit 2014 wissenschaftliche Mitarbeiterin des SERI-Instituts für Nachhaltigkeitsforschung ist, geht deshalb von wesentlich höheren CO2 Mengen des südamerikanischen Rindfleischs aus. Wer die indirekten Emissionen einkalkuliert, liegt vermutlich bei rund 335 Kilogramm CO2 pro Kilogramm Rindfleischerzeugnis.

Wer dennoch nicht auf Würstchen und Kotelett beim Barbecue verzichten möchte, der greift besser zu Geflügel- und Schweinefleisch. Diese Produkte belasten die Natur nur mit vier bis sieben Kilogramm CO2 pro Kilo. Aber nicht nur Treibhausgase sind negative Komponenten der Massentierhaltung. Auch der Wasserverbrauch im Rahmen der Viehzucht ist immens. Wer ein Kilo Fleisch erzeugt, benötigt dafür zwischen 2.000 und 15.000 Liter Wasser. Im Vergleich dazu, werden für ein Kilogramm Getreide nur rund 100 Liter verwendet.

Fisch als Alternative?

Fisch GrillenLeider kann sich auch der Fisch nicht wirklich als umweltfreundliche Alternative beweisen. Große Teile der Weltmeere sind bereits überfischt. Laut Einschätzung des Bund friends of the earth Germany ist die Überfischung der Ozeane kaum mehr aufzuhalten.

Zusätzlich verdirbt die starke Belastung der Meerestiere mit Schwermetallen vielen den Appetit. Auch die Fangboote haben einen negativen Einfluss auf die Umwelt. Die Boote und Schiffe werden mit Dieselmotoren betrieben. Pro Tonne Fang werden folgende Mengen des Treibstoffs verbraucht:

  • Sardinen: 71 Liter
  • Nordamerikanischer Wildlachs: 886 Liter
  • Weißer Thunfisch: 1.612 Liter
  • Seezunge: 2.827 Liter
  • Shrimps und Hummer: 2.923 Liter

Mit jedem verbrannten Liter Dieselkraftstoff werden 2,65 Kilogramm CO2 produziert. Nun kann sich jeder ausrechnen, welchen Anteil die bevorzugte Fischsorte am weltweiten CO2 hat.

Veganes Grillen als Umweltfreund

Veganes GrillenWer der Natur etwas Gutes tun möchte, der setzt auf vegetarische und vegane Grillerzeugnisse. Vegetarisch bedeutet, dass kein Fleisch verwendet wird. Veganer verzichten sogar auf sämtliche tierische Produkte, wozu beispielsweise auch Joghurt, Milch, Käse, Butter und Honig zählen.

Menschen, die vegan leben, sparen im Schnitt jedes Jahr zwei Tonnen Treibhausgas im Vergleich zu Fleischessern ein. Davon entfallen rund 670 Kilogramm auf das CO2. Auch der Wasserverbrauch bei der Herstellung von pflanzlichen Nahrungsmitteln ist wesentlich geringer als bei tierischen. Für das Kilo Kartoffeln werden 160 – 255 Liter eingesetzt. Bei Sojabohnen sind es zwar 1.800 bis 2.300 Liter, allerdings ist das immer noch wesentlich weniger als beispielsweise bei Rindfleisch.

Wird zum ersten Mal ein veganes Gartenfest geplant, wissen viele Menschen nicht, was sie grillen sollen. Den meisten fällt noch der klassische Maiskolben ein, allerdings ergänzen unzählige Alternativen den Speiseplan. Fleischersatzprodukte für Schnitzel und Frikadellen dürfen ebenso auf den Rost, wie Saitan-Steaks, bunte Gemüse-Spieße, Folienkartoffeln und gefüllte Paprika mit Reis und geräuchertem Tofu. An den Beilagen ändert sich meist nicht viel. Die klassischen Salate sind vegan. Für Feta und Mozzarella gibt es exzellent Ersatzprodukte. Zur Zubereitung der Soßen wird ein pflanzlicher Naturjoghurt auf Lupinen- oder Sojabasis genommen.

Naschkatzen schweben bei folgendem veganen Schokodessert aus drei Zutaten im siebten Himmel:

Die Zutaten für sechs Portionen:

  • 100 Gramm dunkle, vegane Schokolade
  • 400 Gramm Seidentofu
  • 30 ml Ahornsirup

Die Zubereitung:

  1. Die dunkle Schokolade vorsichtig im Wasserbad schmelzen lassen.
  2. Den abgetropften Seidentofu mit dem Mixer cremig schlagen.
  3. Die geschmolzene, etwas abgekühlte Schokolade und den Ahornsirup unter den Seidentofu mischen und erneut mixen.
  4. Die Masse gleichmäßig in sechs Dessertgläser füllen und für 25 Minuten im Kühlschrank kaltstellen.

Als Topping eignen sich zum Beispiel frische Beeren, Cashewsahne oder Kakaonibs

Verbraucher, die ganz genau wissen wollen, wie die Umwelt vom Fleischverzicht profitieren, können den Blitzrechner nutzen.

Einkaufstipps für ein CO2-freundliches Sommerfest

Generell gilt es beim Shoppingbummel auf die Verpackungen zu achten. Ein grünes Sommerfest fängt bereits im Discounter oder Biomarkt an, wo auf Plastik möglichst zu verzichten ist. Konsumenten sollten sich auf unverpackte Lebensmittel konzentrieren und diesen den Vorzug geben. Getränke in Flaschen sind wesentlich umweltfreundlicher als im Tetra-pack oder in der Dose. Tiefkühlprodukte und Erzeugnisse aus dem Ausland verursachen höhere Treibhausgase als regionale, frische Lebensmittel.

Hände weg von Einweggeschirr. Pappteller, Plastikbesteck und –becher haben auf einer Grünen-Grillfeier nichts verloren. Echtes Geschirr auf dem Gartentisch wirkt nicht nur hochwertiger, es schont auch die Umwelt. Hält sich die Lust auf Abspülen nach der Party in Grenzen, dann dürfen Teller, Gläser und Gabeln bedenkenlos in die Geschirrspülmaschine. Wer das Gerät richtig bedient, sorgt für einen geringeren Wasserverbrauch als beim Handspülen.

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Foodredaktion Mittelrhein-Tageblatt

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Autor: Mittelrhein-Tageblatt Redaktion