Aktuelle Infratest dimap Umfrage: AfD bei 23 Prozent im Saarland – SPD bleibt stärkste Kraft, aber verliert deutlich

Mittelrhein-Tageblatt-Deutsches-Tageblatt-Infratest-dimap-Umfrage-vom-3.Dezember-2025-Sonntagsumfrage-Landtagswahl-AfD-23-Prozent

Sonntagsfrage Landtagswahl SaarlandAktuelle Infratest dimap Umfrage: AfD bei 23 Prozent im SaarlandSPD bleibt stärkste Kraft, aber verliert deutlich – Die Alternative für Deutschland (AfD) erreicht in einer neuen Umfrage im Saarland einen bislang nicht gekannten Wert von 23 Prozent und liegt damit nur knapp hinter SPD und CDU. Das geht aus dem aktuellen „Saarlandtrend“ des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag des Saarländischen Rundfunks hervor, der am 3. Dezember 2025 veröffentlicht wurde.

Wellness- und Entspannungsmusik

Die aktuellen Zahlen der Infratest dimap Umfrage im Überblick

Laut der Sonntagsfrage zur Landtagswahl im Saarland kämen die Parteien derzeit auf folgende Werte:

  • SPD: 27 Prozent (−3 Punkte im Vergleich zur letzten Umfrage im April 2025)

  • CDU: 25 Prozent (−2)

  • AfD: 23 Prozent (+6)

  • Grüne: 7 Prozent (+1)

  • Linke: 7 Prozent (−1)

  • Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW): 3 Prozent (−1)

  • Sonstige: 8 Prozent

(Quelle: www.infratest-dimap.de)

Die Umfrage basiert auf einer Mischung aus Telefon- und Onlineinterviews mit 1.150 Wahlberechtigten, die zwischen dem 20. und 26. November 2025 befragt wurden. Der statistische Fehlerbereich liegt – wie bei solchen Erhebungen üblich – bei mehreren Prozentpunkten.

Entspannungsmusik Vol. 1 Musik zum Entspannen

Historischer Vergleich: AfD vervierfacht ihr Ergebnis

Besonders auffällig ist der Vergleich mit der letzten Landtagswahl im Saarland am 27. März 2022. Damals erreichte die SPD 43,5 Prozent der Stimmen und bildet seitdem eine Alleinregierung. Die CDU kam auf 28,5 Prozent, die AfD auf lediglich 5,7 Prozent. (Quelle: Wikipedia)

Die neue Umfrage bedeutet für die AfD damit rechnerisch eine Vervierfachung des damaligen Ergebnisses. SPD und CDU hingegen verlieren im Stimmungstrend unterm Strich deutlich an Zuspruch im Vergleich zur Wahl: zusammen rund 20 Prozentpunkte.

Politisch heißt das: Die SPD wäre zwar weiterhin stärkste Kraft, könnte ihre bisherige absolute Mehrheit aber klar nicht behaupten. Auch eine klassische Große Koalition aus SPD und CDU wäre zwar rechnerisch sehr komfortabel, aber nicht mehr alternativlos – rechnerisch kämen auch andere Bündnisse ohne die AfD in den Blick.

„Volkspartei“ – politische Deutung statt neutrale Kategorie

AfD-Politiker wie der Bundestagsabgeordnete Sebastian Münzenmaier feiern den neuen Wert in sozialen Netzwerken als Beleg dafür, dass die AfD „auch im Saarland jetzt Volkspartei“ sei und SPD sowie CDU „dicht auf den Fersen“ sei.

Der Begriff „Volkspartei“ ist allerdings keine offizielle Einstufung durch Wahlbehörden oder Forschungsinstitute, sondern eine politisch-strategische Selbstbeschreibung. Klassisch galten in der Bundesrepublik vor allem SPD und CDU/CSU als Volksparteien, weil sie über Jahrzehnte sehr hohe Stimmenanteile erzielten, gesellschaftlich breit verankert waren und stabile Organisationsstrukturen aufgebaut hatten.

Banner Kundengewinnung SEO Agentur Online Marketing Webdesign

Einordnung des Begriffs „Volkspartei“
Wissenschaftlich betrachtet ist der Begriff enger gefasst, als politische Akteure ihn verwenden. Entscheidend ist nicht nur ein hoher Umfragewert, sondern eine dauerhaft breite Verankerung in unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen, stabile Wahlergebnisse über mehrere Wahlzyklen hinweg und eine gewachsene Organisationsstruktur. Mit 23 Prozent erreicht die AfD im Saarland zwar Werte auf dem Niveau klassischer Volksparteien, ob sie diesen Status jedoch langfristig einnehmen kann, zeigt sich erst über einen längeren Zeitraum und mehrere Wahlen hinweg.

Politischer Kontext: AfD im Umfragehoch, aber stark umstritten

Die starken Werte für die AfD im Saarland fügen sich in einen bundesweiten Trend ein, bei dem die Partei in mehreren Bundesländern und auch auf Bundesebene deutlich zugelegt hat. In manchen Ländern liegt sie in Umfragen bereits vor der CDU, in anderen zum Teil deutlich hinter den klassischen Volksparteien, aber dennoch auf historisch hohen Niveaus. (Quelle: DIE WELT)

Zugleich bleibt die AfD politisch hoch umstritten:

  • Das Bundesamt für Verfassungsschutz stuft die AfD als Partei mit „gesichert rechtsextremistischen Bestrebungen“ ein; diese Einstufung wird aktuell wegen eines laufenden Gerichtsverfahrens formal vorläufig ausgesetzt, die Beobachtung als Verdachtsfall bleibt aber bestehen.

  • In allen etablierten Parteien gibt es klare Beschlüsse, keine Koalitionen mit der AfD einzugehen.

Für das Saarland bedeutet das: Selbst wenn die AfD 2027 ähnlich stark oder stärker abschneiden sollte, wäre sie zwar rechnerisch ein wichtiger Faktor bei Mehrheiten, politisch aber voraussichtlich weiterhin isoliert.

Banner Seo-Agentur - In 60 Sekunden auf Seite 1 bei Google

Was die Umfrage für die Landtagswahl 2027 bedeutet

Die Landtagswahl im Saarland ist für das Frühjahr 2027 geplant. Bis dahin können sich politische Stimmungen mehrfach deutlich verschieben. Wahlforscher betonen deshalb immer wieder, dass Umfragen keine Prognosen sind, sondern Momentaufnahmen.

Trotzdem zeigt der aktuelle „Saarlandtrend“ wichtige Entwicklungen:

  • Die SPD verliert einen Teil ihres früheren Vertrauensvorschusses, bleibt aber Nummer eins.

  • Die CDU stabilisiert sich auf einem Wert knapp unter der SPD, liegt aber ebenfalls deutlich unter ihrem Wahlresultat von 2022.

  • Die AfD etabliert sich im Meinungsbild als drittstärkste Kraft auf Augenhöhe mit den beiden großen Parteien.

  • Kleinere Parteien wie Grüne und Linke würden nach aktuellem Stand wieder in den Landtag einziehen, das BSW verpasst die Fünf-Prozent-Hürde.

Für die Regierungsbildung 2027 deutet sich damit ein deutlich komplizierteres Bild an als 2022: Eine Alleinregierung der SPD ist nach derzeitigem Stand unwahrscheinlich. Möglich wären dann etwa Konstellationen wie SPD–CDU, SPD–Grüne–Linke oder CDU-geführte Bündnisse – jeweils vorausgesetzt, dass die AfD außen vor bleibt und die kleineren Parteien die Fünf-Prozent-Hürde überwinden.

DJ GerreG Hochzeits- und Event DJ

Fazit AfD bei 23 Prozent im Saarland: Signal der Unzufriedenheit – aber noch keine Vorentscheidung

Die neue Umfrage im Saarland ist vor allem ein Stimmungsbarometer:

  • Sie zeigt eine deutliche Unzufriedenheit vieler Menschen mit der derzeitigen politischen Lage und der Arbeit der etablierten Parteien.

  • Sie signalisiert ein erhebliches Protestpotential, von dem die AfD im Moment profitiert.

  • Sie ist jedoch keine Vorentscheidung über die Landtagswahl 2027, sondern eine Momentaufnahme gut anderthalb Jahre vor dem Wahltermin.

Wie sich diese Verschiebungen im Parteiensystem langfristig auswirken und ob die AfD im Saarland tatsächlich zur dauerhaft verankerten „Volkspartei“ wird, entscheiden am Ende nicht Umfragen, sondern die Stimmen der Bürger am Wahltag. (hk)

Quellen: Infratest dimap / Saarländischer Rundfunk, Dawum.de, Welt, Süddeutsche Zeitung, Die Zeit, stern, Landeswahlleiter Saarland, Wikipedia

Haftung und Urheberrecht

Die Redaktion übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der veröffentlichten Informationen. Beiträge, die von Dritten, wie z. B. Polizei, Feuerwehr, Vereinen oder Unternehmen bereitgestellt werden, liegen in der Verantwortung der jeweiligen Herausgeber. Jegliche Inhalte, einschließlich Hyperlinks auf externe Seiten, wurden sorgfältig geprüft, dennoch übernehmen wir keine Verantwortung für die Inhalte externer Seiten, auf die im Beitrag direkt oder indirekt verwiesen wird.

Alle Rechte an den Texten und Beiträgen sind vorbehalten. Das Teilen unserer Inhalte in sozialen Medien ist ausdrücklich gestattet, solange die Quelle angegeben wird. Die Vervielfältigung, Verbreitung oder sonstige kommerzielle Nutzung – auch auszugsweise – bedarf jedoch der schriftlichen Zustimmung der Redaktion.

Vier Pfoten Ratgeber
Nach oben scrollen
Cookie-Einstellungen Holger Korsten 150 Bewertungen auf ProvenExpert.com